Spargel

Sam 25.4.2015 - 21:00
Konzert
Konzert des Monats
Eintritt: 
Musikbeitrag: freie Spende!

Vollkommen Vermodert
kultiger stilmix …

"Spargel sind ein mittlerweile 23 Jahre bestehendes Kollektiv aus Wien. Ihre Musik erinnert an easy listening/lounge pop, der jedoch dank der verstörend eindringlichen vocals durchaus widerborstig ist." (Zitat: FM4 Soundpark)

Gegründet wurde Spargel 1992 von einer Gruppe Studenten. Nach vereinzelten kleinen Auftritten in Studentenheimen und Veränderungen in der Besetzung findet Spargel gegen Ende 1994 seinen Stil, es folgen Erfolge (Zuckerfabrik in Enns), Flops und schließlich die bereits legendäre Serie von CI-Konzerten (Club International, Wien Yppenplatz).

Im Jahre 2000 schließlich ist die Welt reif für die erste richtige Spargel-CD, die am 27.10. im AERA (Wien Gonzagagasse) präsentiert wurde. Der Spargel-Stil ist teilweise etwas skurril und manchmal ein bisschen makaber. Wie immer man es auch bezeichnen mag, eines trifft auf diese Band jedenfalls zu, Spargel ist Kult!

Über die Musik von Spargel
Ist Spargel Pop?
Hannes gibt die Antwort.

Noch schlägt mein Herz so warm
Der Song ist entstanden, nachdem wir uns intensiver mit der Winterreise von Schubert, seinen unterschiedlichen Interpretationen und vor allem mit den Texten von Wilhelm Müller beschäftigt haben. Dieser Song ist als Demo für Interessenten und Sympatisanten unserer Musik gedacht und soll nach der Produktion in den Soundpark gepostet werden. "Noch schlägt das Herz so warm" ist Teil einer mehr oder weniger geplanten Trilogie über die Winterreise, wobei der 2.Text "Gute Nacht" bereits vorliegt und die musik dazu gerade wächst.

Bei Schuberts Winterreise, vor allem bei der als Vorlage ausgesuchten komponierten Interpretation von Hans Zender, handelt es sich um ein radikale Bearbeitung, die in Ihrer Ambivalenz neue Rätsel aufgibt. Es entsteht eine Klangwelt, die ursprünglich zutiefst verstörende Erfahrungen eines gebrochenen romantischen Subjekts des 19.Jahrhundert aus der Konfrontation mit der furchtbaren Geschichte des 20. Jahrhunderts gewinnt. Der Mensch der Moderne wird zum unbehausten Wesen schlecht hin. Die aus der Grundstimmung von Schubert abzeichnende Weltfremdheit ist im 20.Jahrhundert, ja sogar 21.Jahrhundert ubiquitär geworden. Fremdheit ist mittlerweile eine politische und soziale, existentielle Kategorie. Schubert ruft in Erinnerung, daß Fremdheit, Einsamkeit und Verlorenheit kein idyllisches Stück Kulturgeschichte sind, sondern Kehrseite bürgerlicher Lebensverhältnisse und wachsendes Geschwür einer Sieger-Generation.

Der Text Wilhelm Müllers beschränkt sich nicht auf die Wortmalerei einer ächzenden und lärmenden Natur sondern macht diese selbst zum Symbolträger für den inneren Zustand des traurigen Individuums. Wir haben versucht, diese Stimmungen und Zwischentöne in unserer Textakkumulation zu verinnerlichen, wenngleich die Bearbeitung dem Popkontext verhaftet bleibt.

Chris Muri – b, voc
Erhard Siegl – mundharmonika, maultrommel, voc
Georg Böhmig – key, voc
Hannes Eichner – dr
Brigitte Klinger-Böhm– voc
Robert Balazic  – g, voc

Mehr: www.hargelsberg.at/spargel