DJ Zipflo „World Music“

Sam 11.2.2017 - 19:00
DJ-Line
Eintritt: 
frei

„World Music“ One World – One Music

Worldmusic: "Eine-Welt-Phantasie" oder Marketingtaktik?

"Musik ist eine universelle Sprache. Sie verbindet die Menschen und belegt wie alles andere auch den Irrsinn des Rassismus." So formulierte es der britische Popstar Peter Gabriel zum "10. World of Music and Dance Festival".

Dieses internationale Musik-Event ist ein Forum für "Worldmusic", einer Musikrichtung mit dem Anspruch universeller Verständlichkeit. Auch der internationale Musiksender MTV setzte mit seinem Slogan "One World - One Music" auf die allgemein verständliche Sprache der Musik. Schnell musste der Sender jedoch anhand der Unternehmensbilanzen feststellen, dass eine solche Strategie ihre Grenzen hat. Ist Musik wirklich die verständlichste Sprache der Welt, wie es so oft heißt? Ein Blick auf das Musikphänomen "Worldmusic" und sein Geschichte soll darüber Aufschluss geben.

Worldmusic - "unplugged"!?

Ende der 80er Jahre bezeichnete man in Europa all das als Worldmusic, was nicht aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum stammte und als traditionelle Musik und als Popmusik aus verschiedenen Regionen der Welt kam. Gemein war dieser Musikform, dass sie körperbetont und damals vor allem handgemacht war, also eher nicht synthetisch und technisch erzeugt wurde. Damit schien sie ein Gegenpol zu den sich zu jener Zeit rasant verbreitenden Formen digital produzierter Musik wie Synthiepop, Disco, frühe Formen von Techno & House und elektronische Musik. Ohne elektronisches Equipment, Produktionen im Tonstudio oder Sampler auf den Bühnen ist auch sie nicht denkbar.

Von den Anfängen

Der Begriff Wordmusic ist seit Mitte der 50er Jahre bekannt. Damals bot das amerikanische Tonträgerunternehmen Capitol Records erstmals Musiken aus beliebten Urlaubsgebieten an. Unter der Bezeichnung "Edition Capitol of the World Series" verkaufte Capitol Records Calypso aus der Karibik, Samba und Bossa Nova aus Südamerika. Musiker brachten von ihren Reisen Sounds, Instrumente, Spieltechniken und Philosophien in den internationalen musikalischen Prozess ein. Dies gilt durchaus auch für die so genannte ernste Musik.
Das Spiel mit Traditionen, ethnischen Mustern, Herkunft im geographischen und historischen Sinne kennzeichnet viele musikalische Formen, die als Weltmusik bezeichnet wurden. Und so muss man immer präzis definieren, worüber man eigentlich spricht, wenn man im musikalischen Kontext den Begriff Weltmusik oder Worldmusic verwendet.

Projektionsfläche westlicher Sehnsüchte

Insbesondere die Mitteleuropäer begeisterten sich für diverse Formen und Vorstellungen von Weltmusik; ob nun im Bezug auf ihre eigenen Traditionen oder auf diejenigen Formen, die ihnen als Weltmusik präsentiert wurden: Musik aus der Fremde, auf die man seine Sehnsüchte, Vorstellungen von Geschichte, Ursprünglichkeit und Harmonie richten kann.
Im Popkontext zeigt sich dies insbesondere durch ein spannungsreiches Miteinander: mongolischer Obertongesang und Rockrhythmen von der tuvanesischen Band Yat-Kha, Didjeridu und Reggae bei der von australischen Aborigenes gegründeten Gruppe Yothu Yindi oder westafrikanischer Highlife und Popequipment bei Mory Kante. Das Spektrum der Spielarten und Formen von Worldmusic ist unglaublich vielfältig.

Worldmusic - ein Nischenprodukt?

Auch internationale Musik-Messen und Rundfunkformate beziehen sich auf die Kategorie Worldmusic. Ursprünglich geht sie auf eine Marketingkampagne von Londoner Independent-Labels im Jahr 1987 zurück. Ziel der Kampagne war es, den Produktionen aus den Musikkulturen weltweiter Herkunft eine wiedererkennbare Verkaufsplattform zu geben. Vertreter von unabhängigen Labels, Konzertveranstalter, Künstler- und Repertoireverantwortliche, Promotoren und Journalisten wollten dem Boom und dem Interesse vor allem an afrikanischer Musik einen Namen geben - eine identifizierbare Kategorie, unter der entsprechende Produkte (Tonträger, Bands, Konzerte, Sendeformate) beworben und verkauft werden sollten. Die 'nicht-westlichen' Musikformen sollten in die Gewinnspannen der transnational agierenden Musikwirtschaft integriert werden. Die Independent-Labels begannen damals zunehmend, mit den Global Playern der Musikindustrie wie BMG, Sony Music, Time Warner, EMI und Polygram zusammen zu arbeiten. Dennoch blieb die Worldmusic ein Nischenprodukt.

Musik - die globale Sprache?

Entgegen den eher vereinheitlichen Vorstellungen von Weltmusik gibt es immer auch jene, die meinen, dass Musik nicht restlos übersetzbar ist. Sie stößt auf unterschiedliche kulturelle Erfahrungen, Gewohnheiten, Traditionen und auf verschiedene Interpretationen. In einem ihr zunächst fremden Milieu gelangt sie in einen anderen kulturellen Zusammenhang. Sie funktioniert wie ein Medium, durch das spezifische kulturelle Vorstellungen projiziert werden können.
Man muss daher anerkennen, dass Kultur und so also mit auch Musik im Plural stehen und es daher sehr unterschiedliche Auffassungen davon geben kann und darf, was gute, erns

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